Dialog über Dualität: C. G. Jung, Buddha, Meister Eckhart und weitere Westliche Literatur und Philosophie zur Gegensatzüberwindung
Warum Gut und Böse nicht das letzte Wort sind Der Mensch orientiert sich in der Welt durch Unterscheidungen. Gut und schlecht, richtig und falsch, Licht und Dunkel, Erfolg und Scheitern – solche Gegensätze strukturieren unser Denken und geben ihm Klarheit. Ohne sie wäre Orientierung kaum möglich. Doch diese scheinbar selbstverständliche Ordnung hat eine verborgene Voraussetzung: Sie entsteht nicht einfach aus der Wirklichkeit selbst, sondern aus der Art, wie der Verstand funktioniert. Denken bedeutet, Unterschiede zu bilden. Es trennt, um verstehen zu können. Bild von Liana S auf Unsplash Was dabei leicht übersehen wird, ist die Konsequenz dieser Struktur. Was unterschieden wird, erscheint als wirklich getrennt. Gegensätze wirken dann nicht mehr wie Werkzeuge des Denkens, sondern wie Eigenschaften der Welt selbst. Genau hier beginnt das Problem. Denn es ist keineswegs selbstverständlich, dass die Wirklichkeit so dualistisch ist, wie sie uns erscheint. Es könnte ebenso gut sein, das...